Showcase appli-tech 2021

Schulhaus am Ekkarthof

Ein seltsamer Raum, fast 12 Meter hoch - der im Schnittpunkt von Bestandesbau, Anbau und Aufstockung fast von alleine entsteht - wird mit einer inneren Schale ausgekleidet, deren Form sich von der Aussenform des Gebäudes ablöst. Die Innenschale wird mit Farbfeldern in 22 Tönen ausgekleidet.

Ein Schulhaus aus den 1970er Jahren sollte saniert und erweitert werden.

Die Anlage wurde mit einem neuen Gebäudeflügel zu einer dreiarmigen Figur umgedeutet. Im Fügungspunkt von Neu- und Altbau entstand ein fünfeckiger, dreigeschossiger Restraum, der zu einer neuen Eingangshalle uminterpretiert wurde. 

Um den Raum zu kontrollieren zu formen, wurde ein Leichtbau-Innenform in den Raum gefügt, die sich von Konstruktion und Aussenform des Gebäudes löst – nicht ganz, aber doch weitgehend. (Etwa so, wie sich ein Kinderfinger in einem Handschuh eines Erwachsenen einpasst.) 

Diese neue Eingangshalle bildet den Auftakt des heilpädagogischen Schulalltags von 56 Kindern mit geistigen Beinträchtigungen. Der Raum ist schützend, introvertiert, kühl und dämmrig – fast sakral. Licht fällt weich gestreut durch ein milchiges Oblicht sanft in den Raumkörper. Auf schallabsorbierende Massnahmen wurde verzichtet,  Schritte und Töne klingen lange nach. Schliesslich wurde die innere Formschale mit einer Auskleidung aus eingefärbtem Kalkputz in 22 Farbtönen ausgekleidet. 

Planung und Entwicklung
Lukas Imhof Architektur GmbH
Sihlfeldstrasse 10
8003 Zürich
Gipsergeschäft Kradolfer GmbH
Wilerstrasse 22
8570 Weinfelden
Reto Kradolfer, Lukas Imhof,
Carlos Wilkening (Projektleitung),
Fernando Sanchez (Kalkputzspezialist),
Carmen Diaz Marotto-Rivas (Projektarchitektin)

Mitarbeitende in der Realisation
Fernando Sanchez
Salvatore Cucinelli
Andrea Maag